"Liebe Freunde des genussvollen Schmerzes,
nein, keine Angst, Sie müssen jetzt nicht die Zeitung vor Ihren Kindern verstecken - hier bleibt wie immer alles jugendfrei.
Ich möchte Ihnen nur von Massagen erzählen. Seit einiger Zeit nutzen wir in unserer Redaktion gelegentlich die Dienste eines mobilen Massagedienstes. Der Mann mit den begnadeten Händen kommt auf Telefonanruf mit einem kleinen ergonomischen Höckerchen ins Büro und knetet zehn Minuten lang die Verspannungen aus unseren geplagten Redakteurs-Rücken.
Das tut wirklich gut - ehrlich. Aber es tut manchmal auch wirklich weh. OK, meistens sogar, denn das ewige Sitzen am PC, das Herumschleppen der Fotoausrüstung - all’ das hinterlässt seine Spuren in der Rückenmuskulatur.
Und während der Meister uns entspannt Witzchen erzählt, findet er jede Verspannung und rückt ihr gnadenlos zu Leibe. Inzwischen sind wir dazu übergegangen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, damit unsere Schmerzensschreie („Ja, aua, genau da, aua, tut das weh, aua, tut das gut“) nicht zu Irritationen in der Nachbarschaft führen. Schließlich sind wir eine anständige Redaktion, darauf besteht..."
Silke Brembt - Mülheimer Woche 07.02.2004
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